Marienverehrung

Der Monat Mai ist in der katholischen Kirche besonders der Gottesmutter Maria geweiht. Der Hauptmonat des Frühlings steht für erwachendes Leben und Fruchtbarkeit; beides wird mit Maria als der Mutter Gottes verbunden. Blumen und Blüten sind Symbole für Maria in ihrer Gnadenfülle. Im Maialtar, der mit Blumen besonders geschmückten Mariendarstellung, findet die marianische Volksfrömmigkeit ihren Ausdruck.
Genauso wie auch in der Musik. Marienlieder und -hymnen mit ihren z.T. sehr einfachen, volkstümlichen Melodien sind meditative , heilende Lieder. Seit über 1700 Jahren werden unentwegt neue Lieder getextet, komponiert und gesungen, häufig zum Dank für eine Errettung aus großer Not oder nach einer Marienerscheinung. Klassische Komponisten wie Bach, Händel, Brahms, Verdi, Vivaldi, Mozart, Schubert, Bruckner, um nur einige zu nennen, haben zeitlose Ave Maria und Salve Regina geschaffen. Das schönste Lied hat Maria selbst verfasst, das Magnifikat, einen Lobpreis der Taten Gottes, der von vielen Komponisten vertont wurde.

Geschichte der Maiandacht

Seit dem Mittelalter wurden immer wieder bestimmte religiöse Inhalte einen Monat lang in den Vordergrund gestellt. So ist z.B. der September der Schutzengelmonat oder der November der Totenmonat. Der Mai und der Oktober sind der Marienfrömmigkeit gewidmet. Ab dem Mittelalter versuchte die Kirche, einst heidnische Maifeste in christliche Feiern umzuwandeln.
Die erste Maiandacht wurde 1784 in Ferrara in Oberitalien vom Kamillianerorden gefeiert. Im folgenden Jahrhundert breitete sich diese Form der Marienverehrung aus; schließlich fand 1841 die erste Maiandacht auf deutschem Boden im Kloster der „Guten Hirtinnen“ bei München statt; von dort aus verbreitete sich der Brauch rasch in den deutschen Diözesen; so z.B. im Jahre 1847 in den Diözesen Breslau und Rottenburg.
Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war auch der heimische Maialtar in der Familie üblich. Sicher erinnern sich noch einige Leser daran oder pflegen vielleicht selbst noch diese Tradition?

Erneuerung der Marienverehrung: Was der Papst dazu sagt

In seinem Schreiben „Marialis Cultus“ (Über die rechte Pflege und Entfaltung der Marienverehrung) vom 2. Februar 1974 hat Papst Paul VI. angeregt, der Marienverehrung neue Impulse zu geben:
die Marienverehrung soll sich stärker am Geist der Liturgie und des Kirchenjahres orientieren; sie soll stärker aus der Heiligen Schrift schöpfen; sie soll den Bezug zur Ökumene berücksichtigen; und sie soll sich von modernen Fragestellungen, besonders von der Frauenfrage, inspirieren lassen.

Schönstattbewegung

Der Marienverehrung verschrieben haben sich die Mitglieder der Schönstattbewegung, einer geistlichen Gemeinschaft. Sie ist eine der älteren großen Erneuerungsbewegungen innerhalb der katholischen Kirche, die sich aus der ursprünglichen Idee heraus bildete, den christlichen Glauben wieder mit dem alltäglichen Lebensvollzug in Einklang zu bringen.